Bayer. Meisterschaft 2015

Aragorn und Fellow bestreiten erfolgreich die Bayer. Meisterschaft 2015 in Schnaittenbach/Oberpfalz!

Am Donnerstag brachen wir auf nach Schnaittenbach zur Bayerischen Meisterschaft IPO 3 beim GHV Schnaittenbach. Als wir ankamen war auf dem Gelände schon richtig was los. Wir ließen den Abend ruhig ausklingen und gingen mit dem Rudel noch so einige Male spazieren. Die Hunde litten enorm unter der Hitze.

Am kommenden Tag war für die Kreisgruppe 7 zu der der HSV Mühldorf am Inn gehört, um die Mittagszeit das Probetraining angesagt. Die Temperaturen lagen weit über 30 Grad und in Schnaittenbach hatte es 12 Wochen nicht mehr geregnet. Also gingen die Jungs und ich das Probetraining gelassen an um Kräfte zu sparen. Nur die wichtigsten Übungen wurden noch einmal trainiert.

Abends war im Vereinsheim die Begrüßung der Teilnehmer und die Verlosung. Ich zog mit Aragorn die Startnummer 11 und mit Fellow die Startnummer 18. Beide Hunde B und C am Samstag und A am Sonntag. Die Fährten waren am Sonntag um die Mittagszeit.

Mit Fellow ging ich als erstes an den Start. Ihm machte die Hitze enorm zu schaffen. Er war ein Schatten seiner selbst. Er machte alle Übungen ohne große Fehler jedoch völlig ohne Dynamik. Dementsprechend waren die Punkteabzüge. Nach einer guten Stunde Pause der Schutzdienst. Fellow zeigte sich sehr ungehorsam. er randalierte ein wenig am Helfer. Zögerlichen Ablassen, zweite Hörzeichen und schlechter Gehorsam bei den technischen Übungen. Es blieb ein guter Schutzdienst übrig.

Aragorn arbeitete in der Unterordnung super. Er kämpfte und ich wurde nach der Unterordnung mehrmals angesprochen, dass es eine tolle Vorführung war. Um so unverständlicher war dafür das hohe gute Ergebnis. Er hätte auf alle Fälle in den „Sehr Guten“ Bereich gehört. Die technischen Übungen wie Sitz, Platz, Steh waren von der Schnelligkeit und technischen Ausführung perfekt. Der Rücklauf hätte ein wenig schneller sein können. Aber wenn eine Leistungsrichterin Punkte dafür zieht, dass z. B. die Sitzübung vom Puplikum mit einem „Raunen“ positiv quittiert wurde weil Aragorn auf das Kommando „Sitz“ extrem schnell durchsaß aber einmal den Blickkontakt zu mir abbrach und warum auch immer zur Seite sah, dann sucht man hier schon das Haar in der Suppe!

Im Schutzdienst hatte er eine dicke Hose an. Stellen und Verbellen waren klasse. Allerdings verloren wir in den Bewachungsphasen 9 Punkte weil er nachbiss. Schade dadurch ging uns ein tolles sehr gutes Ergebnis flöten.

Der große „Knackpunkt“ war bei dieser Veranstaltung die Fährte! Die im Stadion gemeldeten Fährtenergebnisse waren mehr als ernüchternd. Von den Leistungsrichtern Gerd Biberger und Helmut Danzer die bereits am Freitag das Gelände als Fährtenaufsichten inspizierten wussten die Teilnehmer, dass das Gelände extremst schwierig ist. Kurzes braunes Gras auf sandigem harten extrem trockenen Boden mit Heerscharen von Mäusen die einem über die Füße laufen.

Die Fährtenaufsichten berichteten am Samstagabend nach der Sichtung des sonntäglichen Fährtengeländes, dass dieses Gelände noch schwieriger sei, als das Gelände vom Samstag. Eigentlich nicht „Suchbar“ hörte man.

Bei 35 Grad musste Aragorn an den Start. Fährte 2 hatten wir gezogen. Nach der Meldung zur Fährte meinte der Fährtenleger jetzt zeig den anderen mal wie ein Deutscher Schäferhund sucht. Daraufhin meinte der Leistungsrichter „bei diesem Gelände wäre ich schon froh wenn ich am Ende ankomme“! Aragorn angesetzt suchte er den ersten Schenkel perfekt und verwies auch den ersten Gegenstand tadellos. Auf dem zweiten Schenkel bekam er enorme Konditionsprobleme. Kein Wunder denn am Vortag zwei Stunden nach den Prüfungen lag er in seiner Box mit enorm weit aufgerissenem Maul extrem langer Zunge, extrem starkem Hächeln und enormen Kreislaufproblemen. Ich hatte alle Hände voll zu tun ihn wieder aufzupäppeln. Umso bewundernswerter wie er nach der Schwächephase die Nase nach unten nahm und fast fehlerfrei nach Hause suchte. Dementsprechend das Ergebnis „Vorzüglich“. Der Wahnsinn!

Fellow ging genau mittags an den Start. 37 Grad! Auf Fellows Fährte wie auch auf Aragorns Fährte liefen die Mäuse über meine Füße und vor den Nasen der Hunde hin und her. Beide ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und fingen nicht wie mancher andere Hund an, Mäuse zu fangen. Auch Fellow suchte den ersten Schenkel perfekt! Am ersten Winkel bog er statt nach links, nach rechts ab. Der erste Schenkel endete kurz vor einem angrenzenden Wohnhaus. Keine Ahnung was Fellow so zielstrebig nach rechts abbiegen ließ. Er war schon fast eine gesamte Leinenlänge im falschen Schenkel. Plötzlich merkte er es, hob kurz den Kopf und sah mich völlig erschöpft an und kam wie wir es immer trainiert hatten zu mir. Dort nahm er wieder die Fährte auf um kam kurz darauf wieder ins schleudern. Er war wieder von der Fährte. Um so ertaunlicher mit welcher Routine sich mein Bua wieder zurückkämpfte und die Fährte bis zum Schluß fast fehlerfrei suchte. Das Ergebnis, das höchste „Sehr Gut“.

45 Hunde am Start. 9 Hunde auf der Fährte durchgefallen. 5 „Vorzüglich“, 5 „Sehr Gut“ und der Rest bewegte sich im befriedigenden und guten Bereich und unsere Jungs waren im vorzüglichen und sehr guten Bereich. Ein Ergebnis das uns stolz macht!

Kurz vor der RSVGlobal-Weltmeisterschaft sind die gewonnenen Erkenntnisse Gold wert. Die Fährten waren klasse, Aragorn´s Unterordnung auch, Fellow wird auf der WM hoffentlich nicht mehr so stark mit der Hitze kämpfen müssen und im Schutzdienst werden wir noch etwas am Gehorsam arbeiten.

Auf zur Weltmeisterschaft!