VDH-Quali 2014

RSV2000-VDH-Qualifikation 2014 in Wienbergen bei Bremen/Niedersachsen am 12./13.04.2014!

Am Dienstag begaben wir uns auf die Reise Richtung Bremen. Rund 900 km Fahrt lagen vor uns und wir wollten uns ordentlich auf die bevorstehehende Qualifikation zur VDH-Deutschen Meisterschaft vorbereiten. Nach einem Zwischenstopp in Fulda wo wir mit dem Rudel übernachteten gings am nächsten Morgen nach dem Frühstück auf die nächste 300 km Etappe. In Wienbergen angekommen fing es unmittelbar zu einem heftigen Wind auch noch an stark zu regnen. Wir waren die ersten und begannen trotz des Wetters sofort damit unser Vorzelt aufzubauen. Sehr abenteuerlich wie sich heraus stellte, da Ursula und ich mit unserem Zelt mehrmals um einige Meter von unserem Wohnmobil weg „verblasen“ wurden. Schlußendlich gelang es uns das Zelt fest zu verankern. In der Zwischenzeit kam Herbert der beruflich in Norddeutschland zu tun hatte auch an und wir saßen am Nachmittag naß, frierend und mit Wollmütze im Vorzelt. Am Abend kamen dann die „Schobers“ die aus Mühldorf angereist waren mit Wohnwagen auch an. Als ich gegen Spätnachmittag in das Wohnmobil ging hatte ich plötzlich pitschnasse Socken. Der erste Gedanke uns ist eine Wasserflasche kaputt gegangen. Dies war aber nicht die Ursache. Also ging ich auf die Suche. Im Auffangbehälterraum für die Toilette tropfte das Wasser direkt an einer Stoßkante herunter. Im Waschraum des Wohnmobils floss das Wasser unter der Toilette hervor. Wir verbrauchten schon am ersten Abend einen Großteil unserer Handtücher um das Wohnmobil einigermaßen trocken zu halten. Über Nacht beruhigte sich die Situation und am Morgen schien es als sei der Spuk vorbei. Plötzlich wieder Wasser. Kein haltberer Umstand da noch einige Tage vor uns lagen. Also in Sulzemoos angerufen und mit einem Mechaniker gesprochen wo wohl die Ursache für den Wassereintritt liegen könnte. Der meinte eine Ferndiagnose sei sehr schwer aber es könnte ein undichter Magnetschalter unter der Toilette sein und wir brauchen unbedingt professionelle Hilfe da wir den Schaden auf keinen Fall selbst beheben könnten. Also nach Pössl-Vertretungen in der Umgebung Bremen gefragt gab er uns vier Adressen. Der kürzeste Anfahrtsweg war nach Ostfriesland zur Firma Rauert. Dort angerufen und unser Problem geschildert meinte der Mechaniker „wann können sie da sein“? Meine Antwort laut Navi in eindreiviertel Stunden. Daraufhin die Antwort „na dann kommen sie mal vorbei wir warten auf sie“ Also Hunde eingepackt und los gings. Dort angekommen warteten bereits der Meister und ein Mechaniker auf uns. Wir hatten einen Frostschaden am Waschbecken. Also bekamen wir eine neue Armatur und unser Wohnmobil war wieder dicht. Gott sei Dank!

Zurück in Wienbergen fuhren wir gleich zum Fährten. Am nächsten Tag gleich noch einmal und nachmittags durchrevieren und dann Ruhe. Freitagabend war die Verlosung. Ich zog zwei gute Lose die mich in keinen zeitlichen Konflikt beim Start meiner Jungs brachte. Am Samstag in der zweiten Gruppe war Aragorn dran, Fellow war in der letzten Gruppe. Samstagmorgen 3 Grad dichtester Nebel, alles ziemlich ungemütlich! Als ich mit Aragorn am Fährtenabgang war verschwand plötzlich der Nebel und die Sonne strahlte. Zu diesem Zeitpunkt noch kühle Temperaturen. Die Fährten waren klasse gelegt. Der Acker staubtrocken! Angemeldet bei den beiden Richtern nahm Aragorn die Fährte auf und los gings. Er arbeitete von Anfang an sehr konzentriert. Nur einmal ließ er sich kurz ablenken. Das Bewertungsergebnis der beiden Leistungsrichter 98 Punkte. Ein Riesenergebnis für ihn und das bei seiner ersten überregionalen Veranstaltung!

Dann fuhren wir mit der letzten Gruppe weiter zum Fährtengelände. In der Zwischenzeit hatte es 18 Grad es dampfte stark und in den Gummistiefeln wurde es langsam unerträglich. Ich zog mit Fellow die vorletzte Fährte. Der Fährtenleger meinte kein leichtes Gelände! Ich war sehr gespannt ob er an die vergangenen Fährtenleistungen anknüpfen kann zudem er natürlich sofort merkte Wettkampf ist angesagt. Aber es gelang mir ihn ordentlich „runter zu fahren“. Gleiche Prozedur, angemeldet bei den Richtern gings los. Er nahm die Fährte klasse auf und suchte auch voll konzentriert! Erster Gegenstand perfekt verwiesen. Als ich den Gegenstand aufgenommen und gezeigt hatte stellte ich mich wieder zum Abgang. Im Augenwikel bewegte sich Fellow kurz und ich hielt reflexartig mit der Leine dagegen wofür man uns einen Punkt abzog. Den letzten Winkel arbeitete er nicht so perfekt aus wofür wir auch hier einen Einpunkteabzug bekamen. Endergebnis wie Aragorn 98 Punkte. Riesig und ein klasse Start der uns alle Chancen offenhielt, denn die Starter die durch die Fährte gekommen waren hatten alle hohe Ergebnisse.

Nachmittags des gleichen Tages noch der Schutzdienst mit Aragorn der uns schonungslos zeigte, dass hier noch viel zu Arbeiten ist. Er war etwas auf Krawall gebürstet! Ständiges Nachbeissen in den Bewachungsphasen führte zu einem befriedigenden Ergebnis allerdings hat er auch diese Prüfung durchgestanden und war immer noch in der Prüfung!

Sonntagfrüh um 08:25 Uhr mit Fellow zur Unterordnung. Fellow war platt das merkte ich sofort. In der Nacht stand Ursula dreimal auf und sah nach ihm weil er für ihn völlig untypisch immer wieder „fiepte“. Er trank viel was für ihn auch untypisch war! Er machte keine großen Fehler! Am Hürdenrücksprung streifte er leicht. Allerdings fehlte ihm ein wenig der Trieb an diesem Tag. 86 Punkte für eine Arbeit ohne große Fehler. Aber es handelte sich hier um eine überregionale Veranstaltung.

Nachmittags in der letzten Gruppe der Schutzdienst! Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich schon wieder etwas erholt. Er revierte mir statt das 3te Revier das 5te an. Eine Korrektur mit einem Hörzeichen nahm er sofort an und ließ sich zum 3ten leiten. Aber die Punkte waren weg. Stellen und Verbellen vorzüglich. Eigentlich ein sehr ordentlicher Schutzdienst mit kleinen Fehlern im ersten Teil. Beim zweiten Teil auf der langen Flucht verpasste er den ersten Anbiss. Auch diese Punkte waren weg! Für mich sah es so aus als ob ihm der Helfer den Arm frühzeitig wegzog. Diesen Eindruck hatten auch völlig unbeteiligte Zuschauer. Also Videoanalyse warum er nicht zum ersten Anbiss kam. Man sieht in der Einzelbilddarstellung dass eindeutig das „Timing“ des Helfers nicht stimmte und er Fellow tatsächlich den Arm wegzog. Fellow sprang mit offenem Maul ins Leere. Übrig blieben 84 Punkte.

Zu den Helfern ist zu sagen, dass sie einen tollen Job machten! Nur bei Fellow passte halt einmal das „Timing“ nicht! Schade!

Sonntagmittag um 12:25 Uhr Aragorns Unterordnung. Wenn man schon kein Glück hat kommt auch noch das Pech dazu. Wie Aragorn in der Unterordnung ging kann man sich in den Videos ansehen. Bei der Übung „Bringen auf ebener Erde“ begann das Malheur. Aragorn ging auf Kommando „Bring“ gut und schnell hinaus nahm das Holz auf und brachte es zurück. Als er bei mir war verlor er es und schmiss es mir auf die Füße. Eine Grundstellungsveränderung kostete uns 10 Punkte. Endergebnis 79 Punkte. Ohne des Patzers wären es 89 Punkte gewesen. Für mich an diesem Tag ein etwas zu niedriges Ergebnis. Wie in den Videos zu sehen legte ihm der Richter ein minimales Streifen beim Rücksprung als starkes „Aufsetzen“ aus. Weiterhin kritisierte er wiederholt, dass Aragorn hier und da nicht konfliktfrei sei warum ihm auch hier Punkte gezogen wurden. Ich denke Leistungsrichter sollten auf Grund der Arbeit eines Hundes auch erkennen ob die Ausstrahlung eines Hundes so ist weil der Hund von seinem Wesen her so ist und nicht irgend etwas hineininterpretieren weil sie denken, dass es so ist! Ein großer Vorteil von ihm ist, dass er immer versucht sein momentan „Bestes“ zu geben und dabei hoch konzentriert ist. Dies drückt er einfach dadurch aus, dass er seine Ohren während der Arbeit nicht spitzt und nicht mit einer wedelnden Rute durch die Gegend läuft!

Kurz um es war nicht so unser Wochenende. Die Fährtenergebnisse freuen uns sehr! Die Arbeit der letzten Wochen und Monate zahlt sich in diesem Bereich immer mehr aus. Mit Fellow hatte ich mir eindeutig mehr ausgerechnet. Allerdings konnte ich seine Leistungsmöglichkeit an diesem Wochenende nicht abrufen. Aragorn hat seine erste überregionale Prüfung bestanden und auch durchgestanden! Sehr erfreulich wenn man die Ausfälle in den verschiedensten Bereichen von teilweise sehr erfahrenen Hunden sieht.

Beide Hunde haben die Ausscheidung bestanden! Fellow geht es wieder gut und er frißt auch wieder. Kein Hund hat sich verletzt und wir sind nach rund 900 km alle wieder gesund in Waging angekommen. Das ist nicht selbstverständlich da uns auf dem Weg nach München kurz nach Nürnberg ein LKW mit Anhänger fast von der Piste geräumt hätte. Wir überholten auf dem mittleren Fahrstreifen, links neben uns befand sich ein PKW als plötzlich dieses Gespann ohne Voranmeldung nach links zog. Nur durch ein sehr gewagtes Fahrmanöver bei dem Gott sei Dank auch der Anhänger mit den Hunden nicht ausbrach konnte ich einen Zusammenstoß vermeiden. Es waren nur Millimeter!

Ein Dank an die RSV2000-Ortsgruppe Weser/Aller die uns sehr freundlich empfangen hatte. Einen kleinen Wermutstropfen gab es allerdings schon. Leider passte die Verpflegung nicht so. Auch nach dem ersten Tag wurde das Zelt am Veranstaltungsort gleich geschlossen und somit konnte man sich kaum mit anderen Teilnehmern austauschen. Und die Stellplatzgebühr von 75 Euro für 5 Tage war sehr üppig! Bei solchen Preisen kann man gleich einen Campingplatz anfahren mit mehreren sauberen Toiletten und Duschen!

Die nächsten Aufgaben warten auf meine Jungs und mich. Als nächstes steht die Frühjahrsprüfung an und dann folgt gleich die Kreisausscheidung! Es wird uns nicht langweilig! Im Herbst die ISP 2014. Packen wirs an.

Wir wünschen der Mannschaft des RSV2000 viel Erfolg auf der VDH-Deutschen Meisterschaft.

GP